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Was ist übrig von den historischen Befestigungsanlagen des Marktes Perchtoldsdorf?
Im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Perchtoldsdorf war nicht nur die zentrale Burg­anlage in­nerhalb des Marktes durch einen Bering gesichert, sondern von der Mitte des 13. Jahrhunderts an auch die Siedlung von einer Stadtmauer umgeben. Diese Stadtmauer schützte vor feindlichen Über­fällen, grenzte den stadtähnlichen Markt als Rechtsbezirk und soziale (bürgerliche) Gemein­schaft ein und von dem sie umgebenden ländlichen Gebiet ab.

Neue Waffentechniken führten dazu, dass diese An­lagen ab Ende des 15. Jahrhunderts ihre Schutz­funk­tion zunehmend einbüßten. Mit der Ausbreitung der Siedlungen behinderten sie im 19. Jahrhun­dert Verkehr, Wachstum und Modernisierung und fielen entsprechend rasant der Spitzhacke zum Opfer, oft waren sie auch Quelle billigen Baumaterials. In wenigen Jahrzehnten hatte man sich auch in Perchtoldsdorf ihrer Tore und Mauern erledigt, erhalten blieben letztere meist nur als Stütz­mau­ern und Parzellen­grenzen.

Inventarisierungsprojekt läuft an
Auch wenn sie heute zum Großteil verschwunden sind, haben die historischen Mauern und Gräben das Ortsbild Perchtoldsdorfs sichtbar beeinflusst. Nun sollen sowohl die im öffentlichen Besitz stehen­den als auch die im Privatbesitz befindlichen Mauerteile parzellengenau inventarisiert und dokumentiert und damit die Voraussetzungen für weitere Unter­schutzstellungen durch das Bundesdenkmalamt geschaffen werden. Darin sieht Bürgermeister Martin Schuster eine wichtige Grundlage für künftige bauliche Vorhaben und die dauerhafte Bestandsicherung, denn „die alten Befestigungsanlagen sind sichtbare Zeugnisse der historischen Bedeutung unseres Marktes“. Das Projekt, das Ende August starten soll, wird von Bund und Land Niederösterreich unterstützt.

Die heute noch zugänglichen Wehrelemente der Marktbefes­tigung befinden sich am Wallgraben, in der Elisabethstraße, Wegbachgasse/Brunner Gasse, Marktplatz 23/C.-Gluck-Gasse, Neustiftgasse und Türkengasse und haben laut Katzberger (Siedlungsgeschichte) eine Gesamtlänge von rd. 350 m.

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© MGP

Reste der nördlichen Stadtmauer an der Liegenschaftsgrenze von Neustiftgasse 2 (mit starkem Bewuchs).

Stadtmauerreste in der Neustiftgasse Nr. 10.

 
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